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Presseinfos 2022


Mädchen sind ins Girls Hostel gezogen

IVZ-Bericht vom 16. Juni 2022

Dankeschön-Abend für Helfer und Unterstützer des Aktionskreises Kulmasa – Pater Hagen

HÖRSTEL. „Schön, dass du da bist“ – so war auf den Tischdekorationen zu lesen und mit diesen Worten begrüßte der Vorsitzende des Aktionskreis Kulmasa – Pater Hagen, Ludger Hinterding, die rund 30 Gäste. Sie waren der Einladung zu einem Dankeschön-Abend in den Pfarrsaal gefolgt. Erstmals hatte der Vorstand des 2017 gegründeten Aktionskreises die Helfer und Helferinnen eingeladen, um Dankeschön zu sagen für die anhaltende Unterstützung, teilt der Aktionskreis in einer Pressemitteilung mit.

Bewohnerinnen des GirL-Hostels
Die Mädchen sind jetzt ins Girls-Hostel eingezogen

Bei Gegrilltem, Salaten und kalten Getränken ließen sie es sich gut gehen. Der Vorsitzende berichtete voneiner Reihe unterstützter Projekte. Die Schulen in Kulmasa haben etwa einen Stromanschluss bekommen, mit einem Schlangengiftfonds konnten inzwischen mehrere Menschenleben gerettet werden, die Junior High School wurde auch dank der Unterstützung der Hörsteler Sternsinger fertiggestellt, mehrere Bohrungen nach Wasser konnten erfolgreich abgeschlossen werden,Wasserfilter wurden für die Schulen angeschafft, das Pfarrhaus konnte gebaut werden und gerade am vergangenen Wochenende wurde das neu gebaute Girls Hostel in Kulmasa feierlich eingeweiht und von 22 jugendlichen Mädchen aus dem Hinterland bezogen. Damit habe sich ein lang gehegter Wunsch erfüllt.

Bei all diesen beispielhaft genannten Projekten hat der Aktionskreis Kulmasa – Pater Hagen Hörstel maßgeblich bei der Umsetzung geholfen. Und dies alles war möglich dank der Unterstützung der oft nur im Hintergrund aktiven Helfer.

Hinterding berichtete in einem Bildervortrag von seinem letzten siebenwöchigen Aufenthalt im vergangenen Oktober bis Dezember. Die interessierten Zuhörer hatten eine Menge Fragen und zeigten sich beeindruckt von den Lebensumständen der Menschen in der Region Kulmasa.

Im Namen des Vorstandes, insbesondere aber im Namen von Pfarrer Tanti, dem Partnerkomitee und der ganzen Pfarrei „Zur Heiligen Familie, Kulmasa“ dankte Hinterding allen für die umfangreiche Hilfe, schreibt der Aktionskreis weiter in seiner Pressemitteilung. Er verwies auf die Webseite: www.Kulmasa-Hoerstel.de, wo es eine Menge weiterer Infos zu den Aktivitäten des Vereins gibt.


Trotz Corona wurden viele Projekte angestoßen

IVZ-Bericht vom 27. Mai 2022

Jahreshauptversammlung Aktionskreis Kulmasa - Pater Hagen, Hörstel

ms- HÖRSTEL. Die der Jahreshauptversammlung des Aktionskreises Kulmasa – Pater Hagen fand vergangenen Mittwoch im Pfarrsaal St. Antonius Hörstel statt. „Ganz herzlichen Dank an alle Helfer und Unterstützer. Nach dieser langen Corona- Zwangspause ist es wichtig, dass sich unsere Gruppe neu findet, und wir ein verlässlicher Partner für unsere ghanaischen Freude sind“, sagte der erste Vorsitzende Ludger Hinterding.

rotz aller Beschränkungen durch die Corona-Krise war das Jahr 2021 ein wichtiges Jahr für den Aktionskreis, in dem viele Projekte angestoßen werden konnten. Das wurde deutlich im ausführlichen Bericht des Vorsitzenden. „Der Orden der Medical Mission Sisters hat sich in Kulmasa niedergelassen. Schwerpunkt seiner Arbeit ist die medizinische Grundversorgung der Bevölkerung und insbesondere der Kinder in den Outstations. Dazu gehört auch eine umfassende Ernährungsberatung“, informierte Hinterding. Zwei Projekte, die in diese Ziele eingebettet sind, – ein Seifenprojekt, bei dem Frauen lernen, hochwertige Seifen herzustellen, wofür mittlerweile 78 Frauen trainiert wurden sowie der Aufbau einer ökologischen Lehr- und Lernfarm, deren Start Hermann Determeyer und Ludger Hinterding während eines siebenwöchigen Aufenthalts in Herbst begleitet haben – werden durch den Aktionskreis aktiv unterstützt (wir berichteten). „Diese beiden Projekte werden von verschiedenen Stiftungen in Deutschland mit unterstützt. Wir als Aktionskreis Kulmasa – Pater Hagen, Hörstel, sind auf deutscher Seite der Ansprechpartner und Vermittler“, so Hinterding.

Weiter berichtete er über die Armut, die er bei seinem Aufenthalt in dem Land erlebt hat und von den vielen Wünschen, sei es die Versorgung mit sauberem Trinkwasser, die Verbesserung der schulischen Situation, der bauliche Zustand der Schulen und Kapellen, in denen die Kinder unterrichtet werden und vieles mehr.

Bild von Ludger Hinterding
Ludger Hinterding, erster Vorsitzender des Aktionskreises Kulmasa Foto: Marianne Sasse

Er erinnerte an erfolgreiche Aktionen, wie die Glücksscheine-Aktion in der Vorweihnachtszeit (wir berichteten). Auch weiterhin können Glücksscheine bei den Vorstandsmitgliedern erworben werden. Zwei Firmen spendeten zwei Getreidemühlen sowie Geld für eine mobile Getreidemühle, die im Sommer nach Ghana verschifft werden. Bei der Sparkassen-Aktion „einfach.gut.machen“ gelang es, Sponsoren anzusprechen, die dazu beigetragen haben, dass der Aktionskreis auch im vergangenen Jahr 18 Hilfslehrer, die in den Buschdörfern tätig sind, finanziell unterstützen konnte.

Auch gab Hinterding einen Ausblick auf geplante Maßnahmen, die in der Nachbereitung seines Aufenthaltes in Kulmasa überlegt wurden. So möchte der Aktionskreis ein Motorrad-Dreirad mit Ladefläche kaufen, das einem Handwerker während der Woche zur Verfügung gestellt werden soll, um durch die Dörfer zu fahren, um zum Beispiel Schulmöbel oder Kirchenbänke zu reparieren. Der Aktionskreis finanziert den Handwerker mit einem Festbetrag, mit Verbrauchsmaterial und Benzin und stattet ihn mit dem nötigsten Werkzeug aus. An den Wochenenden kann dann ein Katechet mit dem Fahrzeug in die Buschdörfer zu Gottesdiensten oder Taufen fahren.

„Mehrmals wurden wir nach Todesfällen oder auch Geburtstagsfeiern mit Spenden für Kulmasa bedacht. Das versetzt uns aktuell in die Lage, dass wir größere Spendensummen einsetzen können als sonst“, so Hinterding. So soll davon zum Beispiel eine Cashew-Plantage angelegt werden, ein langfristiges Projekt, denn frühestens nach drei Jahren blühen die Cashew-Bäume das erste Mal. Für eine mobile Lautsprecheranlage, die in der Kirche und bei Schulveranstaltungen genutzt wird, konnte der Aktionskreis einen größeren Geldbetrag zur Verfügung stellen. Und auch in diesem Jahr können über eine erfolgreich verlaufene Sparkassen-Aktion wieder 25 Schulbänke gekauft werden.

„All diese Dinge schaffen für uns auch Verpflichtung. So möchte ich an euch alle appellieren, weiterhin aktiv zu sein für die großen Aufgaben in Kulmasa, durch persönlichen Einsatz, durch das Ansprechen Anderer zum Mitmachen oder auch durch finanzielles Engagement“, wandte sich der Vorsitzende an die Anwesenden. Und er wies darauf hin, dass für einen neuen Kindergarten in Kulmasa Spiel- zeug wie Memory-Karten, englischsprachige Bilderbücher und Ähnliches gesucht werde, das mit den Mühlen verschifft werden soll.

Als großes Problem nannte Hinterding die aktuell hohe Inflation in Ghana. Kostete in 2016 ein Euro vier Ghana Cedis, seien es heute acht Ghana Cedis. Der Bau eines Girls Hostels für Mädchen aus dem Hinterland, die die Junior High School besuchen, verlangt der Gemeinde finanziell viel ab. Hier konnte Hinterding mitteilen, dass das Referat Weltkirche beim Bistum auf den Antrag des Aktionskreises hin einen Zuschuss von 2 225 Euro bewilligt hat.

Der Vorsitzende informierte, dass es – wenn es coronabedingt möglich ist – eine Zusage für einen Verkaufsstand beim Weihnachtsmarkt am Torfmoorsee gibt und beim Weihnachtsbaumverkauf auf dem Hof Verkamp. Und er bat alle Mitglieder, kreative Ideen für Verkaufsartikel zu entwickeln. Auch wurde überlegt, sich an Flohmärkten zu beteiligen und die Verkaufserlöse für Kulmasa zu spenden.

Hinterding überbrachte auch den Dank für die Unterstützung von Father Tanti, dem Priester in Kulmasa, und dem dortigen Partnerschaftskomitee. Abschließend wies er auf ein vom Aktionskreis geplantes kleines Sommerfest, Samstag, 11. Juni, am Pfarrzentrum St. Antonius hin, mit dem der Aktionskreis Helfern Dank sagen möchte.


3.400 Euro kamen zusammen

IVZ-Bericht vom 25. Februar 2022

Glücksschein-Projekt bringt Familien in Kulmasa Glück

-ms- HÖRSTEL. Als großen Erfolg bezeichnet Ulla Jung, 2. Vorsitzende des Aktionskreises Kulmasa – Pater Hagen, Hörstel e.V., das Glücksschein-Projekt, das der Aktionskreis zu Beginn der Adventszeit ins Leben gerufen hat. Bei diesem Projekt kann man sogenannte Glücksscheine für sachbezogene Spenden erwerben (wir berichteten). Insgesamt kamen bis Weihnachten auf diese Weise 3.400 Euro zusammen.

„Der Favorit war der Bienenstock zum Preis von 50 Euro“, weiß Jung. Die Bienenstöcke erhielten bedürftige Familien in und um Kulmasa, um auf diese Weise ihr Einkommen aufzustocken und natürlich, um Honig und Honigprodukte zum Eigenverbrauch zu haben.

Wie Jung von einer Käuferin eines Glücksscheins nach Weihnachten erfuhr, machten sich Mutter und Tochter das gleiche Geschenk. Beide hatten für den jeweils anderen einen Glücksschein für einen Bienenstock gekauft, und das auch noch mit demselben Motiv. „Da machten Heiligabend alle große Augen“, so Jung. „Weil die Aktion so gut angenommen wurde, wollen wir sie weiterführen.“ Glücksscheine gibt es über die Homepage des Aktionskreises www.kulmasa-hoerstel.de und bei den Vorstandsmitgliedern.

Und sie weist auf eine neue Spendenaktion hin. Beim Spendenprojekt „Heimatpower.de“ der Kreissparkasse Steinfurt gibt es das Projekt „Schulbänke für Kulmasa“. Obwohl der Aktionskreis, unter anderem über die Spendenplattform der Kreissparkasse, schon über 120 Schulbänke für Kinder in den Buschschulen von Kulmasa im Norden Ghanas finanzieren konnte, wurde beim letzten Besuch in Kulmasa, den Ende des vergangenen Jahres Ludger Hinterding und Hermann Determeyer – beide Mitglieder des Aktionskreises – unternahmen, deutlich, dass weitere Schulbänke benötigt werden. Denn viele Schülerinnen und Schüler müssen noch immer während des Unterrichts auf dem Boden oder im Sand sitzen.

Ulla Jung zeigt ein Glücksschein
Im Namen des Vorstandes bedankt sich Ulla Jung bei allen Spenderinnen und Spendern, die die Arbeit des Aktionskreises unterstützen und damit auch direkt den Menschen in Kulmasa helfen. Sie hofft, dass die Schulbankaktion ebenso gut angenommen wird, wie das Glücksschein-Projekt. Foto: Marianne Sasse

IVZ-Bericht vom 15. Januar 2022

Verbesserung der Schulsituation in Dörfern nötig

Aktionskreis Kulmasa berichtet (2. Teil)/Dank an Unterstützer aus Hörstel

HÖRSTEL Von ihrem siebenwöchigen Aufenthalt in der Partnergemeinde Kulmasa im Norden Ghanas berichten Hermann Determeyer und Ludger Hinterding vom Aktionskreis Kulmasa – Pater Hagen, Hörstel e.V.:

„Ein weiteres sich wiederholendes Anliegen war die Verbesserung der Schulsituation in den Buschdörfern. Teilweise liegen die Kinder auf bröckeligem Beton oder im staubigen roten Sand den ganzen Schultag auf dem Boden. Aus Hörstel sind schon über 120 Schulbänke finanziert worden, aber das reicht bei Weitem nicht – auch wenn vier statt zwei Kinder in den Bänken sitzen. Teilweise muss man befürchten, dass die Wände einstürzen, wenn man ihnen vielleicht etwas unachtsam zu nahe kommt. Arbeitsmaterialien sind rar, teilweise in dritter oder vierter Schülergeneration gebraucht. Das sind hier kaum vorstellbare Rahmenbedingungen fürs Lernen.

In vielen Schulen fehlen Lehrer und Aushilfskräfte. Das Gehalt eines Lehrers beträgt im Monat rund 45 Euro. Der Aktionskreis Kulmasa unterstützt monatlich 18 Hilfslehrer mit je 30 Euro, aber auch da wäre weitere Unterstützung sehr willkommen.

In mehreren Dörfern wurde auch die bauliche Situation von Kapellen, von denen Pater Bernhard Hagen eine Reihe errichtet hat, angesprochen. Teilweise waren die Dächer eingestürzt, insgesamt ist die Lebensdauer der Gebäude, die mit Lehm gebaut wurden, begrenzt.

Neben den Wünschen der Dorfgemeinschaften und des Partnerkomitees waren da dann auch noch Einzelschicksale. Da ist der kleine John-boy, der im vergangenen Jahr an seinem Klumpfuß operiert werden konnte und wo es jetzt Geld für die Rehabilitation braucht.

Oder der Jugendliche Joshua, der sein Gehör infolge einer Meningitis verloren hat. Ihm könnte geholfen werden, aber das Geld für ein Hörgerät fehlt.

Laetitia, eine junge Frau, möchte gerne Lehrerin werden, aber sie ist seit rund zehn Jahren erblindet. Sie hat die Blindenschrift gelernt. Zur weiteren Ausbildung müsste sie in den Süden ziehen, aber auch hier kann die Familie nicht helfen. So ließen sich noch eine Reihe weiterer Schicksale und Wünsche aufzählen.“

Hermann Determeyer und Ludger Hinterding vom Aktionskreis Kulmasa – Pater Hagen, Hörstel e.V. zeigen sich sehr beeindruckt von der Armut, aber auch der Gastfreundlichkeit. Der Aktionskreis Kulmasa – Pater Hagen, Hörstel e.V. schreibt in seiner Pressemitteilung weiter, dass er im Namen all der Menschen, die bisher schon direkt oder indirekt Hilfe aus Hörstel bekommen haben, herzlich für die Unterstützung dankt.

Der Verein informiert auf seiner Webseite: www.kulmasa-hoerstel.de ausführlich über seine Aktivitäten im Norden Ghanas.

Hermann Determeyer auf dem Feld
Herrmann Determeyer auf dem Feld: Die jungen Pflanzen mussten 2x täglich gewässert werden.

IVZ-Bericht vom 10. Januar 2022

Start für zwei Hilfsprojekte in Kulmasa

Hermann Determeyer und Ludger Hinterding berichten von ihren Eindrücken

Hörstel Nach sieben Wochen Aufenthalt in der Partnergemeinde Kulmasa im Norden Ghanas sind Hermann Determeyer und Ludger Hinterding vom Aktionskreis Kulmasa – Pater Hagen, Hörstel e.V. wohlbehalten vor Weihnachten nach Deutschland zurückgekehrt. Die Beiden waren die ersten aus dem Bistum Münster, die nach der langen Coronapause nach Ghana reisen konnten, teilt der Aktionskreis in einer Pressemitteilung mit. Anlass war der Start von zwei Hilfsprojekten und die Weiterentwicklung der Partnerschaft.

Frauen bei der Seifenherstellung
Nach der theoretischen Einführung in die Seifenherstellung setzen die Frauen das Gelernte in Kulmasa direkt um. Foto: privat

Einkommen mit Seife

In einem Frauenförderprojekt lernen Frauen, lokale Seife herzustellen, die dann auf regionalen Märkten verkauft werden kann. Die Nachfrage nach Seife ist im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie enorm gestiegen. Dadurch kann ein kleines Einkommen generiert werden, das die Finanzsituation der armen Familien verbessert. Des Weiteren wird durch die selbst hergestellte Seife die Hygienesituation in den Familien verbessert und damit auch Krankheiten vorgebeugt. Nach theoretischer Unterweisung ging es ans praktische Tun und die Hörsteler konnten erleben, wie die Frauen mit Eifer dabei waren, unter Anleitung Seife herzustellen. Bei dem zweiten großen Projekt geht es um den Aufbau einer ökologischen Lehr- und Lernfarm. Hier soll ausprobiert werden, wie in der achtmonatigen Trockenzeit trotz Wasserknappheit Gemüse angebaut werden kann. Bislang ist es so, dass insbesondere zum Ende der Trockenzeit die Versorgung mit Gemüse schlecht ist und das Auswirkungen auf die Gesundheit insbesondere der Kinder hat.

Die Hörsteler hatten verschiedene Gemüsesamen mitgebracht. Vor Ort wollten sie testen, wie die jungen Pflanzen mit den Klimabedingungen zurechtkommen. Immerhin war die höchste gemessene Temperatur über 57 Grad Celsius.

Bis zu 57 Grad heiß

Die Samen keimten sehr schnell innerhalb von vier bis fünf Tagen, aber Pflanzen wie Kopfsalat, Stangensellerie, Rucola und andere kamen mit der Hitze nicht zurecht und gingen ein. In großen Mengen wurden Tomaten, Kohl, Zwiebeln und Chili angepflanzt, die dort sehr begehrt sind. Die Jungpflanzen mussten täglich zweimal gegossen werden, bis sie ausreichend verwurzelt waren.

Ein Problem bei dem tonigen und lehmigen Boden war, dass dieser nach dem Gießen verschlemmte und in der Hitze schnell austrocknete und verhärtete. Nach einigem Experimentieren wurden Werkzeuge entwickelt und vom Dorfschmied gebaut, sodass der Boden ausreichend gelockert werden konnte. Ein anderes grundsätzliches Problem war, dass es praktisch keinerlei Werkzeug gab, mit dem man etwas bauen oder reparieren konnte. „Wir können uns das hier überhaupt nicht vorstellen, aber in Kulmasa werden zum Beispiel Nägel einzeln verkauft“, berichtet der Aktionskreis. In der Gesamtbilanz zum Projekt Lehrfarm kann man sagen, dass der Start gemacht ist und es jetzt darauf ankommt, dass die Verantwortlichen die Dinge weiterentwickeln.

Ein weiteres Schwerpunktthema waren Besuche in den zahlreichen Außenstationen der Pfarrei Zur Heiligen Familie. Viele Dörfer im Buschland sind nur in der Trockenzeit zu erreichen. Die Wegeverhältnisse sind größtenteils katastrophal. Mit normalen Autos hat man keine Chance, bis in die Dörfer zu kommen. Das am weitesten entfernte besuchte Dorf der Pfarrei ist 29 Kilometer von Kulmasa entfernt. Man fährt lange durch Buschland, hier und dort gibt es kleine landwirtschaftlich genutzte Flächen mit Mais-, Hirse-, Soja-, oder Yamsanbau.

Jeder Tropfen zählt

Die Region ist sehr dünn besiedelt, oft sieht man stundenlang keine Menschenseele. Und plötzlich ist man in einem kleinen Dorf. Da die Besuche angekündigt waren, erwarteten die Menschen die Besucher mit Gesang und Tanz. Diese Menschen, die im Buschland von der Subsistenz-Landwirtschaft leben, (hier würde man sagen, sie leben von der Hand in den Mund) machten trotzdem einen zufriedenen Eindruck, heißt es in der Pressemitteilung. In fast allen Dörfern gleichen sich die Probleme. Immer fehlt es an Wasser. Jeder Tropfen Wasser muss von weit her in großen Schüsseln, die auf dem Kopf getragen werden, ins Haus geholt werden. Verständlich ist somit der Wunsch nach Unterstützung beim Bohren nach Wasser. Doch eine einzelne Bohrung kostet über 3000 Euro.